Wer in Soest einen Altbau kauft, sollte neben dem Kaufpreis die Sanierungskosten fest einplanen. Für ein unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1960er- oder 1970er-Jahren fallen schnell 80.000 bis 150.000 Euro an. Der Staat übernimmt einen Teil davon: über Zuschüsse für den Heizungstausch, zinsgünstige KfW-Kredite und steuerliche Vorteile. Seit Juli 2026 gelten dafür neue Regeln – sowohl beim Heizungsrecht als auch bei der Förderung.

Mit welchen Sanierungskosten Sie rechnen müssen

Die größten Kostenblöcke sind Heizung, Dach, Fenster und Fassade. Die folgenden Richtwerte gelten für ein Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern Wohnfläche:

MaßnahmeKosten (Richtwert)
Fassadendämmung25.000–50.000 €
Heizungstausch (Wärmepumpe)25.000–40.000 €
Dachdämmung inkl. Eindeckung20.000–40.000 €
Neue Fenster15.000–30.000 €
Elektrik und Leitungen15.000–25.000 €

Lassen Sie den Zustand vor dem Kauf von einem Energieberater oder Bausachverständigen prüfen. Ein Gutachten kostet wenige hundert Euro und stärkt Ihre Position bei der Kaufpreisverhandlung.

Heizungstausch: Was seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gilt

Seit dem 29. Juli 2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das bisherige Gebäudeenergiegesetz. Die starre 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien wurde gelockert. Neue Gas- und Ölheizungen sind wieder möglich, müssen aber schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen.

Unsere Einschätzung: Die neue Wahlfreiheit spart beim Einbau, verlagert die Kosten aber in den Betrieb. Steigende CO₂-Preise und Biobrennstoff-Quoten machen fossile Heizungen über 20 Jahre teurer. Für Käufer mit langer Finanzierungslaufzeit ist die Wärmepumpe in vielen Fällen die wirtschaftlichere Wahl – zumal nur sie die volle Förderung erhält.

Heizungsförderung der KfW seit dem 21. Juli 2026

Die KfW fördert den Heizungstausch mit einem Zuschuss von mindestens 30 Prozent (Programm 458). Seit dem 21. Juli 2026 sind maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit angesetzt.

Selbstnutzer erhalten zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent. Er sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte und läuft im August 2028 aus. Haushalte mit geringem Einkommen bekommen einen weiteren Bonus. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

KfW-Kredite für Kauf und Komplettsanierung

Für umfassende Sanierungen bietet die KfW den Kredit 261 mit bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Hinzu kommt ein Tilgungszuschuss, der sich nach dem erreichten Effizienzhaus-Standard richtet. Seit Juli 2026 fällt er zehn Prozentpunkte niedriger aus als zuvor.

Familien mit Kindern profitieren zusätzlich von „Jung kauft Alt“ (Programm 308). Gefördert wird der Kauf eines Hauses der Energieeffizienzklasse F, G oder H. Die Immobilie muss innerhalb von 54 Monaten mindestens auf Effizienzhaus 85 EE saniert werden.

Besonderheit Soest: Denkmalgeschützte Altbauten

Die Soester Altstadt zählt viele denkmalgeschützte Gebäude. Hier sind Dämmung und Fensteraustausch mit der Unteren Denkmalbehörde abzustimmen. Die KfW fördert dafür den eigenen Standard „Effizienzhaus Denkmal“. Selbstnutzer können Sanierungskosten an Baudenkmälern zudem zehn Jahre lang mit jährlich neun Prozent steuerlich geltend machen (§ 10f EStG).

Praxisbeispiel: Einfamilienhaus von 1975 in Soest

Eine Familie mit zwei Kindern kauft ein Haus der Effizienzklasse G für 320.000 Euro. Sie tauscht die Ölheizung gegen eine Wärmepumpe für 32.000 Euro. Förderfähig sind 28.000 Euro. Mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus erhält sie 12.880 Euro Zuschuss.

Die restliche Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE finanziert sie über „Jung kauft Alt“ und den Kredit 261. Kaufpreis und Sanierung laufen so in einem Finanzierungskonzept. Die Bank bewertet das Objekt nach Sanierung höher, was den Beleihungswert und damit die Konditionen verbessert.