Viele Hauseigentümer erleben es Jahr für Jahr: Die Beitragsrechnung
für die Wohngebäudeversicherung steigt. Oft spürbar,
manchmal sogar deutlich. Das sorgt oft für Empörung, vor
allem dann, wenn Schäden am eigenen Haus ausgeblieben
sind. Der Gedanke liegt nahe, dass Versicherer hier „einfach
erhöhen“. Tatsächlich steckt dahinter jedoch eine Entwicklung,
die sich schon seit Jahren aufbaut und die auch künftig
kaum nachlassen wird. Ein zentraler Treiber ist der Klimawandel.
Starkregen, Stürme und Co. treten häufiger auf und
verursachen höhere Schäden als noch vor zehn oder zwanzig
Jahren. Was früher als Jahrhundertregen galt, kommt heute
in immer kürzeren Abständen vor. Und da Versicherer Risiken
nicht nach Gefühl kalkulieren, sondern auf Basis von
Schadenerfahrungen, schlägt sich das zwangsläufig in den
Beiträgen nieder. Hiervon betroffen sind sowohl Gebäude in
exponierten Lagen als auch in Regionen, die früher noch als
unproblematisch galten.
Hinzu kommt die enorme Kostensteigerung in der Baubranche,
z. B. für Materialien wie Holz oder Stahl. Gleichzeitig fehlen
vielerorts Fachkräfte, was einerseits Reparaturen verzögert
und generell Handwerksleistungen teurer macht. Für die
Versicherung bedeutet das: Ein Schaden, der vor zehn Jahren
noch mit 40.000 Euro reguliert wurde, kostet heute schnell
das Doppelte. Da die Wohngebäudeversicherung auf dem
sogenannten Neuwert basiert, also die vollständige Wiederherstellung
des Gebäudes absichert, müssen diese Preisentwicklungen
in der Prämie berücksichtigt werden.
Auch regulatorische Anforderungen spielen eine Rolle. Versicherungsunternehmen
müssen höhere Rücklagen bilden und
strengere Solvenzvorgaben erfüllen als früher. Diese finanzielle
Sicherheit ist im Interesse der Kunden, doch – Sie ahnen
es – kostet ebenfalls Geld.
Nicht zuletzt verändert sich auch der Leistungsumfang vieler
Policen. Elementarschäden wie Starkregen oder Überschwemmung
sind heute deutlich häufiger Bestandteil moderner
Verträge als noch vor einigen Jahren. Diese Absicherung
ist sinnvoll und dringend zu empfehlen, aber sie erhöht natürlich
auch den Beitrag. Wer vergleichen möchte, sollte daher
nicht nur auf den Preis schauen, sondern ganz genau prüfen,
welche Risiken tatsächlich eingeschlossen sind. Wir unterstützen
Sie hierbei gern.
Unterm Strich verstehen wir Ihren Unmut natürlich gut. Niemand
freut sich darüber, wenn die Versicherung schon wieder
teurer geworden ist. Mit etwas Einordnung lassen sich die
Preissteigerungen jedoch besser nachvollziehen. Sie entstehen
nicht aus dem Nichts, sondern spiegeln reale Entwicklungen
wider, die jeden Hauseigentümer betreffen können. Unser
Rat ist daher, den Blick nicht ausschließlich auf den Beitrag zu
richten. Viel entscheidender ist, dass Ihr Zuhause im Ernstfall
wirklich so abgesichert ist, wie Sie es erwarten: ausreichend,
verlässlich und auf dem aktuellen Stand.
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Wir sind auch im neuen Jahr jederzeit gern für Sie
und Ihre Anliegen da.