Wer in Soest ein Haus baut, braucht drei Versicherungen: eine Bauherrenhaftpflicht, eine Bauleistungsversicherung und eine Feuerrohbauversicherung. Die Bauherrenhaftpflicht zahlt Schäden, die Dritte auf Ihrer Baustelle erleiden. Die Bauleistungsversicherung schützt den entstehenden Rohbau. Die Feuerrohbauversicherung deckt Brand und Blitzschlag. Für ein Einfamilienhaus kosten alle drei zusammen meist weniger als 0,2 Prozent der Bausumme – einmalig für die gesamte Bauzeit.

Warum Sie als Bauherr haften – auch wenn Profis bauen

Der Bauherr trägt die Verkehrssicherungspflicht für seine Baustelle, selbst wenn ein Bauunternehmen alle Arbeiten ausführt. Grundlage ist die allgemeine Haftung nach § 823 BGB. Sie müssen Baugruben sichern, Zufahrten freihalten und Unbefugte fernhalten.

Stürzt ein Passant in eine ungesicherte Grube, haften Sie mit Ihrem Privatvermögen. Schmerzensgeld, Behandlungskosten und Verdienstausfall erreichen schnell sechsstellige Beträge. Die private Haftpflichtversicherung hilft meist nicht weiter. Viele Tarife decken Bauvorhaben nur bis zu einer geringen Bausumme ab – ein Neubau liegt fast immer darüber.

Bauherrenhaftpflicht: Leistungen und Kosten

Die Bauherrenhaftpflicht deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden Dritter während der Bauphase. Der Beitrag richtet sich nach der Bausumme und wird einmalig gezahlt. Die Laufzeit beträgt in der Regel bis zu zwei Jahre.

Achten Sie auf eine pauschale Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro. Planen Sie Eigenleistungen ein, muss der Tarif dies ausdrücklich abdecken. Sonst entsteht genau dort eine Lücke, wo das Risiko am größten ist.

Bauleistungsversicherung: Schutz für den Rohbau

Die Bauleistungsversicherung ersetzt unvorhersehbare Schäden am Bauwerk selbst. Dazu zählen Sturm, Starkregen, Vandalismus und der Diebstahl fest eingebauter Bauteile. Auch Folgeschäden aus Konstruktions- oder Ausführungsfehlern sind häufig versichert.

Für Soest ist dieser Schutz besonders relevant. Die offene Lage in der Hellwegbörde macht Rohbauten bei Herbst- und Winterstürmen anfällig. Ein beschädigter Dachstuhl oder durchnässte Dämmung verursacht schnell fünfstellige Kosten. Die Betriebshaftpflicht Ihres Bauunternehmens greift hier nicht, denn sie deckt keine Schäden durch Naturereignisse.

Feuerrohbauversicherung und Bauhelfer

Die Feuerrohbauversicherung ist oft beitragsfrei, wenn Sie bereits eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Der Feuerschutz gilt dann bis zur Fertigstellung, meist für 12 bis 24 Monate. Viele Banken zahlen das Baudarlehen erst aus, wenn dieser Nachweis vorliegt.

Helfen Freunde oder Verwandte auf der Baustelle, müssen Sie diese bei der BG BAU anmelden. Die Frist beträgt eine Woche nach Beginn der Arbeiten. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt die Helfer bei Arbeitsunfällen. Ohne Anmeldung drohen Nachforderungen und Bußgelder.

Praxisbeispiel: Einfamilienhaus in Soest-Ampen

Eine Familie baut ein Einfamilienhaus mit 420.000 Euro Bausumme und 30.000 Euro Eigenleistung. Die Versicherungskosten setzen sich in diesem Beispiel so zusammen:

VersicherungBeitrag (einmalig, Richtwert)
Bauherrenhaftpflicht inkl. Eigenleistungca. 180 €
Bauleistungsversicherungca. 550 €
Feuerrohbau (über Wohngebäudeversicherung)0 €
Summeca. 730 €

Das entspricht rund 0,17 Prozent der Bausumme. Ein einziger Sturmschaden am offenen Dachstuhl kostet dagegen leicht 15.000 bis 25.000 Euro. Die Richtwerte stammen aus marktüblichen Tarifen; Ihr individuelles Angebot kann abweichen.

Unsere Einschätzung aus der Finanzierungspraxis: Die Versicherungskosten gehören von Anfang an in die Baunebenkosten. Wer sie erst nach dem Kreditvertrag einplant, verliert Zeit bei der Auszahlung.

Wann Sie die Versicherungen abschließen sollten

Schließen Sie alle Policen vor dem offiziellen Baubeginn ab. Als Baubeginn gilt meist schon der erste Erdaushub. Schäden vor Vertragsbeginn sind nicht versichert. Viele Versicherer bieten Kombipakete aus Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung an. Diese sind oft günstiger als Einzelverträge.